Archive von September 2009
Russische Lohnnebenkosten – Ein Überblick
Dienstag, 29.September 2009Die Einkommenssteuer beträgt in Russland pauschal 13% für Residenten und 30% für Nichtresidenten. Resident ist jede natürliche Person, die Ihren ständigen Wohnsitz in Russland hat bzw. sich nachweislich mehr als 183 Tage pro Jahr in Russland aufhält. Um dies dem russischen Finanzamt nachzuweisen, genügt eine Kopie des Reisepasses einschließlich der Seiten mit den Ein- und Ausreisestempeln.
Die Lohnnebenkosten in Russland sind vollständig vom Arbeitgeber zu tragen und setzen sich aus der „Einheitlichen Sozialsteuer” und der Betriebsunfallversicherung zusammen.
Die „Einheitliche Sozialsteuer” ist degressiv und liegt je nach Einkommenshöhe zwischen 2% und 26% des Bruttogehalts des Mitarbeiters. Sie ist monatlich bis spätestens zum 15. des Folgemonats anteilig an den Föderationshaushalt, den Pensionsfonds und an die Sozial- und Krankenversicherungsfonds zu zahlen. Die Berichte über die Berechnung der Einheitlichen Sozialsteuer sind quartalsweise zu erstellen und bis zum 15. des folgenden Monats bei den zuständigen Behörden einzureichen.
Für alle Arbeitnehmer muss das Unternehmen neben der Sozialversicherung auch eine Betriebsunfallversicherung zahlen. Die Beitragssätze liegen zwischen 0,2, und 8,5% und sind vollständig vom Arbeitgeber zu zahlen.
Ein vereinfachtes Beispiel: Sie stellen einen Mitarbeiter in Russland ein und zahlen ihm ein Nettogehalt von 150.0000 Rubel pro Monat. Einkommenssteuer (13%): 19.500 Rubel; Bruttogehalt: 169.500 Rubel; Einheitliche Sozialsteuer (26%): 44.070 Rubel; Betriebsunfallversicherung (0,2%): 339 Rubel; Personalkosten für den Mitarbeiter insgesamt: 213.909 Rubel.
Über den Autor: Philipp Rowe ist Geschäftsführer der deutschen Unternehmensberatung RUFIL CONSULTING und unterstützt deutsche Tochtergesellschaften und Repräsentanzen in Moskau bei der russischen Buchhaltung.
Kontakt:
Philipp Rowe | RUFIL CONSULTING | Buchhaltung & Geschäftsaufbau in Russland
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Aeroflot mit sinkenden Passagierzahlen – Stellenabbau geplant
Samstag, 19.September 2009Trotz massiver Verluste im ersten Halbjahr 2009 will die größte russische Airline, Aeroflot, das Jahr 2009 mit Gewinnen beenden. Allerdings konnte Aeroflot-Chef Vitali Saweljew bei einer Bilanzpressekonferenz nicht verdeutlichen, wie dies gelingen soll. Denn im ersten Halbjahr 2009 ging die Zahl der Fluggäste um 16,5 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum zurück. Zudem kündigte Saweljew an, dass die russische Airline bis Ende des Jahres 2.000 ihrer gut 16.000 Mitarbeiter entlassen muss. Sollten die Passagierzahlen zudem rückläufig bleiben, könnten weitere 4.000 Entlassungen folgen. Einer der Hauptgründe ist nach Ansicht des Aeroflot-Chefs eine fehlende Wertschätzung der größten russischen Airline in Europa. Zur Verbesserung des eigenen Images sollen demnächst 30 neue SuperJet Flieger bei der Aeroflot eingesetzt werden.
Russische Autobauer streichen Stellen
Samstag, 19.September 2009Die russischen Autobauer stehen offenbar vor einem massiven Abbau der Arbeitsplätze. So kündigte der russische Autobauer GAZ eine größere Entlassungswelle an. Nach Angaben des russischen Sozialministeriums in Moskau will der künftige Opel-Partner bis Ende des Jahres 2009 insgesamt 14.000 Mitarbeiter entlassen. Bereits Mitte des Jahres hatte der Autobauer angekündigt, in seinem Stammwerk in Nischni Nowgorod 7.000 Arbeitnehmer zu entlassen. Der russische Autobauer GAZ war in Deutschland vor allem durch die Übernahme von Opel durch Magna und die russische Sberbank bekannt geworden. Denn von dieser Übernahme der österreichisch-kanadischen Autozulieferbetriebes Magna und der Sberbank soll GAZ profitieren. Momentan beschäftigt der künftige Opel-Partner des Oligarchen Oleg Deripaska knapp 50.000 Mitarbeiter. Zuvor verkündete bereits der größte russische Autobauer, Avtovaz, die Entlassung von 5.000 Mitarbeitern in den Lada Werken an.
Russland will wieder zahlreiche Unternehmen privatisieren
Donnerstag, 17.September 2009Unter dem Eindruck der ersten Vorzeichen, dass die Wirtschaftskrise in Russland bald vorbei sein könnte, will Russland offenbar wieder verstärkt Unternehmen privatisieren. Dies kündigte der stellvertretende Ministerpräsident Igor Schuwalow in Moskau an. Details zum genauen Vorgehen und wie viele Firmen in private Unternehmen umgewandelt werden sollen ist bislang jedoch noch unklar. Nach Ansicht Schuwalows hat Russland die Talsohle der Wirtschaftskrise bereits durchschritten und befindet sich momentan in einer Phase der Erholung. Das Niveau der Wirtschaft vor Beginn der Krise wird nach Angaben des stellvertretenden Ministerpräsidenten jedoch erst 2012 wieder erreicht werden. Für das gesamte Jahr 2009 wird von Experten ein Rückgang der russischen Wirtschaftsleistung von über acht Prozent erwartet, wobei die russische Wirtschaft im ersten Halbjahr um ein ganzes Zehntel geschrumpft ist und gegenwärtig aufgrund von Konjunkturprogrammen und gestiegenen Rohstoffpreisen wieder leicht wächst.
Russland beschließt Öl- und Waffengeschäfte mit Venezuela
Montag, 14.September 2009Russland wird zahlreiche Waffen an Venezuela verkaufen und zudem in der Ölförderung künftig eng mit dem südamerikanischen Land zusammenarbeiten. Venezuela wird dabei von Russland 92 Panzer sowie das gegen Luftangriffe vorgesehene Raketenabwehrsystem S-300 kaufen. Um diesen Deal finanzieren zu können, wird Russland dem südamerikanischen Land zudem 1,5 Milliarden Euro leihen. Zudem wurde nun bekannt, dass die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil Venezuela einen Bonus in Höhe von 700 Millionen Euro gezahlt haben. Dieser erlaubt es den beiden Konzernen, bei der Erschließung des Ölfelds „Junin 6“ in Venezuela dabei zu sein, an dem Rosneft und Lukoil genauso wie Gazprom beteiligt sind.
Trotz Rückgang: Sberbank mit Nettogewinn
Donnerstag, 10.September 2009Die russische Sberbank konnte im ersten Halbjahr 2009 einen höheren Nettogewinn als erwartet verbuchen. Zudem stieg auch der operative Gewinn an. Wie die größte Bank Osteuropas am Donnerstag in Moskau mitteilte, betrug dieser von Januar bis Juni 2009 insgesamt 194 Millionen US Dollar. Analysten hatten für die russische Sberbank einen deutlich niedrigeren Nettogewinn in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 erwartet. Somit lag der Gewinn unter dem des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2008 konnte die Bank mit Sitz in Moskau nämlich noch zwei Milliarden US Dollar Nettogewinn erwirtschaften. Als Hauptgrund für den Gewinnrückgang führte die Bank die deutlich höheren Rückstellungen für Kreditausfälle an. Den operativen Gewinn bezifferte die Sberbank für das erste Halbjahr 2009 auf 9,95 Milliarden US Dollar – 44,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr.
Rückgang der Arbeitslosenzahlen in Russland
Dienstag, 8.September 2009Nach einem enormen Anstieg im Frühjahr 2009 ist die Zahl der Arbeitslosen in Russland im Sommer 2009 rückläufig. Nach Angaben des russischen Ministeriums für Gesundheitswesen und soziale Entwicklung nimmt die Zahl der erwerbslosen Menschen gegenwärtig sogar wöchentlich ab. Ende August waren demnach 2,1 Millionen Menschen der bei Beschäftigungsdiensten registrierten Menschen in der Russischen Föderation offiziell ohne Beschäftigung. Seit Oktober 2008 waren insgesamt 600 000 Menschen entlassen worden, wovon inzwischen gut ein Drittel wieder in Lohn und Brot steht. Weitere 1,5 Millionen Menschen in Russland befinden sich zudem in Kurzarbeit.
Moskaus Bürgermeister will schneefreien Winter
Sonntag, 6.September 2009Um die Kosten für den Winterdienst künftig einsparen zu können, will der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow künftig für ein schneefreies Moskau im Winter sorgen! Dafür sollen Flugzeuge künftig Schneewolken über der russischen Hauptstadt abschießen. Dadurch würden die Felder vor den Toren der russischen Metropole besser bewässert und könnten dadurch ertragsreicher sein. Zudem bliebe Moskau eben schneefrei. Luschkow gilt bekanntermaßen als Verfechter der Beeinflussung des Klimas. So sorgt beispielsweise eine Heizung auf dem Bürgersteig vor seinem Amtssitz bereits für eine schneefreie Zone und traditionell wird ja in der russischen Hauptstadt beispielsweise zu den jährlichen Feierlichkeiten des Kriegsendes am 9. Mai die russische Luftwaffe über den Moskauer Himmel geschickt, um mit einem Stickstoff-Silberlegierungs-Mix Wolken abregnen zulassen. Schließlich sollen diese Feierlichkeiten ja bei schönem Wetter stattfinden. Nach Angaben des Bürgermeisters würde das Vertreiben der Schneewolken nur 1/3 der Kosten verschlingen, die für den Winterdienst notwendig sind. Man darf gespannt sein, ob dieses Vorhaben in der russischen Hauptstadt Moskau tatsächlich umgesetzt wird.
Russland erwartet Wirtschaftswachstum für 2010
Freitag, 4.September 2009Trotz der nach wie vor vorhandenen Wirtschaftskrise in Russland, erwarten nach den ersten Wirtschaftsexperten nun auch Politiker für das Jahr 2010 ein Wirtschaftswachstum. Während für das Jahr 2009 ein Wirtschaftsrückgang von bis zu acht Prozent erwartet wird, soll das Wirtschaftswachstum in Russland im Jahr 2010 nach Angaben des russischen Finanzministers Alexej Kudrin ein bis drei Prozent betragen. Da der russische Finanzminister nicht als Schönfärber gilt – hatte er doch als einer der ersten in Russland bereits im Herbst 2008 das Schlittern in eine Finanzkrise eingeräumt – wecken seine Aussagen berechtigte Hoffnung in der russischen Wirtschaft. Grund für den Optimismus gibt dabei nach Kudrins Worten vor allem der Ölpreis der Marke Ural, der im Schnitt um drei Dollar auf 58 Dollar pro Barrel steigen soll. Inwiefern sich dies jedoch auf die Bauwirtschaft und Automobilindustrie sowie die Chemiekonzerne auswirken wird, bleibt abzuwarten. Immerhin gab es hier im Jahr 2009 massiv Entlassungen, Konkursverfahren und Kurzarbeit.
Gasstreit zwischen Russland und Ukraine offenbar komplett beigelegt
Mittwoch, 2.September 2009Gespannt blickte die ganze Welt in den letzten Jahren stets auf Moskau und Kiew, wenn es um das Thema Erdgas ging. Immerhin drehte Russland der Ukraine mehrmals für kurze Zeit den Gashahn zu, da sich die Ukraine den Forderungen Moskaus zunächst nicht beugte. Von daher durfte man gespannt sein, wie das Treffen in Sachen Erdgas zwischen den Ministerpräsidenten Wladimir Putin und Julia Timoschenko im polnischen Sopot Anfang September 2009 verlaufen würde. Wie die ukrainische Ministerpräsidentin nach dem Treffen äußerte, gehören die Probleme in Sachen Erdgas inzwischen der Vergangenheit an. Beide Seiten hätten sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit geeinigt. Äußerungen des russischen Ministerpräsidenten zufolge könnten beide Länder sogar nicht nur im Bereich des Erdgases sondern im kompletten Bereich der Energiewirtschaft kooperieren.